von Ratinger Linke » Mi 5. Dez 2012, 04:06
Ludwig Hartmann ist wohl ein schlechtes Beispiel. Der hat ja auch einen anderen Beruf, den er auch als Abgeordneter als veröffentlichungspflichtige Nebentätigkeit weiter ausübt. "Umweltprojektplaner" dürfte für einen Kandidaten der Grünen nicht sehr viel unvorteilhafter als "Kommunikationsdesigner" sein. Jedenfalls war er damit erfolgreich und 2003 als "Student" nicht. In Bayern ist die Berufsbezeichnung neben einem guten Stimmkreis und einem passenden Wohnort das wichtigste Kriterium, um gewählt zu werden (bei sehr bekannten Leuten zählt daneben auch die Person). Bei aussichtsreicheren, aber nicht sicheren Kandidaten kann man schon davon ausgehn, dass sie sich das gut überlegt haben. 2008 hat man ihn auch kaum als Berufspolitiker bezeichnen können. Von dem allein, was er als Fraktionsvorsitzender in Landsberg verdient hat, wird man jedenfalls nicht reich, und als faktisch Arbeitsloser hätt er sicher nicht die Selbstständigenzulage kassieren können. Sein Stimmkreis war auch ziemlich unsicher; er hat bloß den Vorteil, dass er da nicht daheim ist und deshalb doppelt Stimmen bekommt (er war auch für 2013 nicht so blöd, seinen Heimatstimmkreis zu nehmen, der eigentlich besser ist und diesmal frei war (überhaupt zeichnen sich für 2013 viele rein taktische Auswärtskandidaturen ab, besonders bei der SPD, wo sie allmählich das Wahlsystem begreifen)). Vor der Wahl hab ich ihn als einen der Wackelkandidaten eingestuft; dass er vor Runge (den letzten sicheren) kommt, hätt ich nicht gedacht. Als MdL und Fast-OB in Landsberg (49%) ist er 2013 aber wohl sicher, zumal es im Stimmkreis sehr viele FDP-Stimmen zu verteilen gibt. Andererseits hat die lokale CSU nun dochnoch ihren MdL abserviert (die CSU-Spitze wollte ihn schon 2003 nach Skandal los werden). Dass Hartmann politisch zielstrebig und dabei nicht blöd ist, kann man ihm aber wohl schon unterstellen.
Ludwig Hartmann ist wohl ein schlechtes Beispiel. Der hat ja auch einen anderen Beruf, den er auch als Abgeordneter als veröffentlichungspflichtige Nebentätigkeit weiter ausübt. "Umweltprojektplaner" dürfte für einen Kandidaten der Grünen nicht sehr viel unvorteilhafter als "Kommunikationsdesigner" sein. Jedenfalls war er damit erfolgreich und 2003 als "Student" nicht. In Bayern ist die Berufsbezeichnung neben einem guten Stimmkreis und einem passenden Wohnort das wichtigste Kriterium, um gewählt zu werden (bei sehr bekannten Leuten zählt daneben auch die Person). Bei aussichtsreicheren, aber nicht sicheren Kandidaten kann man schon davon ausgehn, dass sie sich das gut überlegt haben. 2008 hat man ihn auch kaum als Berufspolitiker bezeichnen können. Von dem allein, was er als Fraktionsvorsitzender in Landsberg verdient hat, wird man jedenfalls nicht reich, und als faktisch Arbeitsloser hätt er sicher nicht die Selbstständigenzulage kassieren können. Sein Stimmkreis war auch ziemlich unsicher; er hat bloß den Vorteil, dass er da nicht daheim ist und deshalb doppelt Stimmen bekommt (er war auch für 2013 nicht so blöd, seinen Heimatstimmkreis zu nehmen, der eigentlich besser ist und diesmal frei war (überhaupt zeichnen sich für 2013 viele rein taktische Auswärtskandidaturen ab, besonders bei der SPD, wo sie allmählich das Wahlsystem begreifen)). Vor der Wahl hab ich ihn als einen der Wackelkandidaten eingestuft; dass er vor Runge (den letzten sicheren) kommt, hätt ich nicht gedacht. Als MdL und Fast-OB in Landsberg (49%) ist er 2013 aber wohl sicher, zumal es im Stimmkreis sehr viele FDP-Stimmen zu verteilen gibt. Andererseits hat die lokale CSU nun dochnoch ihren MdL abserviert (die CSU-Spitze wollte ihn schon 2003 nach Skandal los werden). Dass Hartmann politisch zielstrebig und dabei nicht blöd ist, kann man ihm aber wohl schon unterstellen.