Die Rechtsanwälte Oligarchie im Bundestag. und wie wird man sie wieder los?

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Die Rechtsanwälte Oligarchie im Bundestag. und wie wird man sie wieder los?

von Roland Kruk » Sa 6. Mai 2017, 20:56

@das BVG hat bereits 1975 gefordert hier durchzugreifen" (Roland Kruk) @ Good Entity Nein, das Bundesverfassungsgericht hat sich zur Frage der Rechtsanwälte im Bundestag 1975 überhaupt nicht geäußert. Stimmt, in de

Die Rechtsanwälte Oligarchie im Bundestag. und wie wird man sie wieder los?

von Good Entity » Fr 5. Mai 2017, 17:01

"das BVG hat bereits 1975 gefordert hier durchzugreifen" (Roland Kruk) Nein, das Bundesverfassungsgericht hat sich zur Frage der Rechtsanwälte im Bundestag 1975 überhaupt nicht geäußert. "Bei den Zahlen ist aber zu beachten, dass es auch verbeamtete Juristen (Rechtsanwälte gibt)." (Roland Kruk). Wenn ein Beamter eine Zulassung als Rechtsanwalt haben möchte, muss er seinen Beamtenstatus aufgeben, und umgekehrt, siehe auch Demokratie statt FDP. Es gibt auch Juristen im Staatsdienst, etwa als Justitiar in einer Stadt, als Staatsanwalt oder als Richter. Die sind aber keine Rechtsanwälte. Im Parlament werden Gesetze diskutiert und beschlossen, in den Ausschüssen werden sie vorbereitet, geändert und verworfen. Es ist daher sinnvoll, wenn ein erheblicher Anteil von denjenigen, die damit befasst sind, auch eine Ahnung davon haben. Als ehemaliger Richter hat man schon Gesetze ausgelegt, dabei Probleme gesehen oder Straftäter laufen lassen müssen, weil es keine sinnvolle Rechtsgrundlage gab. Als Staatsanwalt kennt man Beweisprobleme, als Rechtsanwalt die Nöte von Angeklagten und Opfern, von Mietern und Vermietern, von Autofahrern und Radfahrern, je nach Fachgebiet. Das hilft beim Arbeiten an neuen und ändern von bestehenden rechtlichen Vorschriften. Das fast komplette Fehlen von juristischem Fachverstand ist ein Grund für die totale Wirkungslosigkeit der Piraten in den Landesparlamenten gewesen. Wenn man keine Ahnung von dem hat, was man da macht, kommt dabei auch nichts raus, auch wenn man guten Willens ist und beste Absichten hat. - Natürlich sollte nicht jeder Abgeordnete ein Jurist sein, aber auch als Nichtjurist im Parlament kommt man nicht daran vorbei, sich ein bisschen in die Thematik einzuarbeiten, je schneller, desto besser. Ein gewisses Übergewicht dieser Branche in den Parlamenten ist also kein Strukturproblem, sondern sinnvoll und meines Wissens auch in vielen Parlamenten der Welt zu beobachten. Und wer das als Strukturproblem sieht, der muss sich natürlich nach anderen überproportional vertretenen Gruppen fragen lassen. So ist es sicher sinnvoll, wenn ein gewisser Anteil von Lehrern im Parlament vertreten ist, da natürlich auch viele bildungspolitische Fragestellungen diskutiert und entschieden werden müssen. Der tatsächliche Anteil an Lehrern in den Parlamenten ist aber deutlich höher als das. Und gerade da würde ich es gut finden, wenn genau diese Abgeordneten dann auch wieder zumindest vorübergehend in den Schuldienst wechseln würden, um ihre Erfahrungen immer wieder aufzufrischen und von mir aus auch wieder neue in das Parlament einzubringen, denn nach 16 Jahren als Abgeordneter hat man auch 16 Jahre keine Schüler unterrichtet und das merkt man der Bildungspolitik gelegentlich schon sehr an. Oder die Anzahl der Gewerkschaftsmitglieder unter den Abgeordneten: Während in Deutschland etwa 6 Millionen Menschen Mitglied in einer Gewerkschaft sind, von IG Metall bis Verdi, sind es im Bundestag mehr als die Hälfte, also eine enorme Überproportionalität. Und genau da unterscheiden wir uns, @Roland Kruk: Ich würde beispielsweise mein obiges Beispiel für die Bildungspolitik zwar schön und sinnvoll finden, jede derartige Regel oder Vorschrift wäre aber glasklar undemokratisch. Die Wähler entscheiden.

Die Rechtsanwälte Oligarchie im Bundestag. und wie wird man sie wieder los?

von Demokratie statt FDP » Fr 5. Mai 2017, 15:19

@ Roland Kruk: "Nun Herr Fischer., in einer echten Demokratie sitzen keine 190 Diener des Staates und 150 Rechtsanwälte im Parlament. Bei den Zahlen ist aber zu beachten, dass es auch verbeamtete Juristen (Rechtsanwälte gibt).

Die Rechtsanwälte Oligarchie im Bundestag. und wie wird man sie wieder los?

von Roland Kruk » Do 4. Mai 2017, 21:06

@ Mark Obrembalski Art. 137 Abs. 1 GG ist nun selbst noch keine "Sperrklausel", er erlaubt es allenfalls, eine "Sperrklausel" zu erlassen. Was aber hier nicht geschehen ist. Kruk Da hängt es doch schon., das BVG hat bereits 19

Die Rechtsanwälte Oligarchie im Bundestag. und wie wird man sie wieder los?

von Mark Obrembalski » Do 4. Mai 2017, 20:03

Art. 137 Abs. 1 GG ist nun selbst noch keine "Sperrklausel", er erlaubt es allenfalls, eine "Sperrklausel" zu erlassen. Was aber hier nicht geschehen ist. In einer "echten Demokratie"[TM] sitzen die Leute im Parlament, die in das Parlament vom Volk reingewählt wurden. Wenn das Volk ausschließlich Beamte reinwählt, sitzen dann halt ausschließlich Beamte drin. Art. 137 Abs. 1 GG ist insofern also eine Einschränkung des demokratischen Prinzips, denn er ermöglicht den Erlass von Gesetzen, die das Volk daran hindern, Beamte ins Parlament zu wählen, obwohl das Volk vielleicht die ausgeschlossenen Beamten gerne im Parlament sähe. Wenn Du willst, dass das Volk mehr Möglichkeiten hat, Nichtanwälte und Nichtbeamte ins Parlament zu wählen, kannst Du natürlich auch selbst antreten. Dazu brauchst Du ggf. eine gewisse Menge an Unterstützungsunterschriften, aber wenn Du nicht mal die kriegst, kannst Du sicher davon ausgehen, dass das Interesse im Volk, mehr Nichtbeamte und/oder Nichtanwälte wählen zu können, äußerst gering ist.

Die Rechtsanwälte Oligarchie im Bundestag. und wie wird man sie wieder los?

von Roland Kruk » Do 4. Mai 2017, 19:43

Kruk Hallo Herr Fischer., für die Diener des Staates gibt es bereits eine „Sperrkalusel“., das ist die Gewaltenteilung und dann gibt es noch Art 137 Abs. 1 GG, der es erlaubt den Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes die Wählbarkeit direkt zu verbieten. @Werner Fischer Ein Kandidaturverbot für Beamte oder Juristen ist in einer echten Demokratie sicher nicht akzeptabel. Nun Herr Fischer., in einer echten Demokratie sitzen keine 190 Diener des Staates und 150 Rechtsanwälte im Parlament. Bei den Zahlen ist aber zu beachten, dass es auch verbeamtete Juristen (Rechtsanwälte gibt). @ Werner Fischer Der Wähler konnte und kann doch jederzeit frei entscheiden, oder etwa nicht....? Wenn von 1000 Bewerbern für ein Bundestagsmandat 500 davon Rechtsanwälte und Diener des Staates sind., dann bin ich der Meinung, dass da etwas nicht stimmt und ich mangels Auswahl, gerade nicht frei entscheiden kann.!

Die Rechtsanwälte Oligarchie im Bundestag. und wie wird man sie wieder los?

von Werner Fischer » Di 2. Mai 2017, 10:34

Der Wähler konnte und kann doch jederzeit frei entscheiden, oder etwa nicht....? Nur darauf kommt es bei freien und fairen Wahlen in einer Demokratie an. Parteien oder Wählern Vorschriften zu machen, wen sie aufzustellen bzw. zu wählen haben, wäre ein Eingriff in diese Freiheit und vom Grundsatz her gegen die Demokratie gerichtet. Einschränkungen wie z.B. eine Sperrklausel bedürfen einer gut begründeten Rechtfertigung. Ein Kandidaturverbot für Beamte oder Juristen ist in einer echten Demokratie sicher nicht akzeptabel. Gerechtfertigt ist allerdings, dass sich z.B. Beamte (unbezahlt) beurlauben lassen müssen, bevor sie ihr Mandat übernehmen dürfen.

Die Rechtsanwälte Oligarchie im Bundestag. und wie wird man sie wieder los?

von Roland Kruk » Di 2. Mai 2017, 08:12

@Good Entity Das, was Sie als Wunschvorstellung beschreiben, ist eine Quotierung. Sie möchten, dass bestimmte Gruppen ungefähr nach ihrem Bevölkerungsanteil im Bundestag vertreten sind, also ihrer sogenannten Quote entsprechen. Also

Die Rechtsanwälte Oligarchie im Bundestag. und wie wird man sie wieder los?

von Good Entity » Mo 1. Mai 2017, 23:29

@Roland Kruk: "Good Entity hat schon erklärt das das Bundestagsmandat kein Ehrenamt war, aber das BVG schreibt etwas anderes" - Nein, das tut das Bundesverfassungsgericht gerade nicht. Ich habe es der Einfachheit halber im anderen Thread

Die Rechtsanwälte Oligarchie im Bundestag. und wie wird man sie wieder los?

von Roland Kruk » Mo 1. Mai 2017, 21:39

@Jan W. und Demokratie statt FDP Wie kommt Sie eigentlich auf Quotierung? Mir ist nicht bewusst das ich davon irgendwas gesagt hätte, sondern ich sagte man muss die verfassungswidrigen Nebenjobs verbieten, dadurch wird es für die Anwä

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