von Tempelhüter » So 10. Jun 2012, 22:28
Ein gewisser Nutzen entstünde durch die gestärkte Mitsprache des Volkes. Natürlich wäre mir eine Direktwahl des Bundespräsidenten lieber, aber die Zwischenstufe einer direkt gewählten Bundesversammlung würde unserer politischen Klasse, die aus Eigeninteresse plebiszitäre Elemente hasst, vielleicht eine Reform der Bundespräsidentenwahl leichter machen.^^ Der Satz, Deutschland habe Glück mit seinen Bundespräsidenten, gilt spätestens seit Köhler und Wulff nur noch eingeschränkt. Beide wären nach den damaligen Umfragen vom Volk nicht gewählt worden. Köhler hätte zwar die Wiederwahl, aber nicht die Eingangswahl geschafft. Bricht das Verfassungsgefüge des Grundgesetzes zusammen, wenn man einen hauptsächich repräsentativen Präsidenten direkt wählt, den Inhaber der eigentlichen Exekutivgehalt hingegen "nur" durch das Parlament legitimiert? Ich denke nein, denn die Verfassungswirklichkeit in Irland, Österreich, Island, Portugal und Finnand spricht durchaus für einen direkt gewähltes und zugleich "nicht regierendes" Staatsoberhaupt.
Ein gewisser Nutzen entstünde durch die gestärkte Mitsprache des Volkes. Natürlich wäre mir eine Direktwahl des Bundespräsidenten lieber, aber die Zwischenstufe einer direkt gewählten Bundesversammlung würde unserer politischen Klasse, die aus Eigeninteresse plebiszitäre Elemente hasst, vielleicht eine Reform der Bundespräsidentenwahl leichter machen.^^ Der Satz, Deutschland habe Glück mit seinen Bundespräsidenten, gilt spätestens seit Köhler und Wulff nur noch eingeschränkt. Beide wären nach den damaligen Umfragen vom Volk nicht gewählt worden. Köhler hätte zwar die Wiederwahl, aber nicht die Eingangswahl geschafft. Bricht das Verfassungsgefüge des Grundgesetzes zusammen, wenn man einen hauptsächich repräsentativen Präsidenten direkt wählt, den Inhaber der eigentlichen Exekutivgehalt hingegen "nur" durch das Parlament legitimiert? Ich denke nein, denn die Verfassungswirklichkeit in Irland, Österreich, Island, Portugal und Finnand spricht durchaus für einen direkt gewähltes und zugleich "nicht regierendes" Staatsoberhaupt.