von gelegentlicher Besucher » Mi 6. Jul 2005, 09:11
Wenn man die Wähler eine nummerierte Rangfolge einreichen lässt, dann kann man die "Wahlgänge" bei der Auszählung automatisieren. Man zählt im ersten Zählgang nur die Erstpräferenze. Für die Wähler, deren Erstpräferen außgeschieden ist, zählt man in den folgenden Zählgängen die Zweitpräferenz u.s.w. Dieses Verfahren ist bereits erfunden, es wird in den USA als instant runoff voting (IRV) und in den Commonwealth-Monarchien als alternative vote (AV) bezeichnet. In Irland (wo es für die Volkswahl des Staatspräsidenten verwendet wird) hat es keinen gesonderten Namen, weil es der 1-Sitz-Grenzfall der dort üblichen Version von single transfereble vote (STV) ist. Hinter diesem Link ist eine Liste von Gemeinwesen, die IRV benutzen. Das olympische Verfahren teilt die Vor- und Nachteile von IRV. Sie dürften allerdings im Einzelfall schwehrer nachweisbar sein, da der irrelevante Teil der Präferenzfolgen nicht erhoben wird. Die hauptsächliche Strategiemöglichkeit sieht man an folgendem Beispiel: Die Kandidaten sind A,B,C "Ehrliche" Präferenzreihenfolgen: 8 Stimmen: A,B,C 5 Stimmen: B,A,C 4 Stimmen: C,B,A C scheidet aus, B gewinnt. Aber wenn 2 A-Anhänger im ersten Wahlgang taktisch für C stimmen, dann scheidet B aus und A wird gewählt. In der Praxis ist es allerdings schwierig diese Möglichkeit auszunutzen, weil das relevante Stimmenfenster klein und schwehr vorhersagbar ist. Es gibt kein Wahlverfahren, das alle Möglichkeiten der taktischen Stimmabgabe ausschließt.
Wenn man die Wähler eine nummerierte Rangfolge einreichen lässt, dann kann man die "Wahlgänge" bei der Auszählung automatisieren. Man zählt im ersten Zählgang nur die Erstpräferenze. Für die Wähler, deren Erstpräferen außgeschieden ist, zählt man in den folgenden Zählgängen die Zweitpräferenz u.s.w. Dieses Verfahren ist bereits erfunden, es wird in den USA als instant runoff voting (IRV) und in den Commonwealth-Monarchien als alternative vote (AV) bezeichnet. In Irland (wo es für die Volkswahl des Staatspräsidenten verwendet wird) hat es keinen gesonderten Namen, weil es der 1-Sitz-Grenzfall der dort üblichen Version von single transfereble vote (STV) ist. Hinter diesem Link ist eine Liste von Gemeinwesen, die IRV benutzen. Das olympische Verfahren teilt die Vor- und Nachteile von IRV. Sie dürften allerdings im Einzelfall schwehrer nachweisbar sein, da der irrelevante Teil der Präferenzfolgen nicht erhoben wird. Die hauptsächliche Strategiemöglichkeit sieht man an folgendem Beispiel: Die Kandidaten sind A,B,C "Ehrliche" Präferenzreihenfolgen: 8 Stimmen: A,B,C 5 Stimmen: B,A,C 4 Stimmen: C,B,A C scheidet aus, B gewinnt. Aber wenn 2 A-Anhänger im ersten Wahlgang taktisch für C stimmen, dann scheidet B aus und A wird gewählt. In der Praxis ist es allerdings schwierig diese Möglichkeit auszunutzen, weil das relevante Stimmenfenster klein und schwehr vorhersagbar ist. Es gibt kein Wahlverfahren, das alle Möglichkeiten der taktischen Stimmabgabe ausschließt.