von Ratinger Linke » So 13. Nov 2011, 02:40
Man müsste mal die Wahlkämpfe in den Wahlkreisen, die zwischen 3 oder 4 Parteien offen sind, untersuchen. Da wär so ein Verhalten ganz ohne Stichwahl auch besonders attraktiv. Die Kandidaten von kleinen Parteien zu diskreditieren, lohnt sich dagegen nicht, weil die kaum wegen ihrer Person gewählt werden und eine Polarisierung tendenziell den Kleinen nützt, die so überhaupt erst richtig wahrgenommen werden. IRV wird tendenziell die Schwelle, ab der sich solches Verhalten lohnt, absenken, weil die Kandidaten der Kleinen durch die Reihung ohnehin im Blickfeld sind. Hängt aber im Detail sicher davon ab, wie stark die Möglichkeiten von IRV genutzt werden (bzw. ob vollständige Reihung obligatorisch ist). Wer nach allen Seiten mit persönlichen Angriffen um sich schlägt und sich gleichzeitig überall anbiedern will, wird dadurch aber auch nicht unbedingt attraktiver. Und wirklich lohnend ist die Strategie sowieso nur für die, die erstens am Schluss eine realistische Chance auf eine Mehrheit haben und zweitens einen ernsthaften Konkurrenten im eigenen Lager. Im typischen Fall, dass z.B. die Kandidaten von CDU und SPD ihr Lager dominieren, teilen sie sich die restlichen Stimmen sowieso irgendwie auf ohne irgendwie durch die Kleinen gefährdet zu sein. Kritisch ist nur der Fall, dass z.B. SPD und Grüne ähnlich stark sind. Da ist es lohnend, dem jeweils Anderen die Erstpräferenzen zu minimieren, wie es auch bei Stichwahl im ersten Wahlgang lohnend ist, seine Stimmen zu minimieren (notfalls auch zugunsten eines Dritten), um selber in die Stichwahl zu kommen. Letztlich bleibt als zusätzlich anfälliger Fall bei IRV nur, wenn ein Konkurrent im eigenen Lager erst durch die ersten Streichungsrunden aufgebaut wird. Für einen nach Erstpräferenzen schwachen SPDler, der aber bei klassischer Stichwahl sowieso dabei wär, kann es z.B. lohnend sein, einen links positionierten Grünen unter den Kandidaten der Linken zu drücken, um von seiner Streichung zu profitieren, anstatt eventuell vor ihm gestrichen zu werden.
Man müsste mal die Wahlkämpfe in den Wahlkreisen, die zwischen 3 oder 4 Parteien offen sind, untersuchen. Da wär so ein Verhalten ganz ohne Stichwahl auch besonders attraktiv. Die Kandidaten von kleinen Parteien zu diskreditieren, lohnt sich dagegen nicht, weil die kaum wegen ihrer Person gewählt werden und eine Polarisierung tendenziell den Kleinen nützt, die so überhaupt erst richtig wahrgenommen werden. IRV wird tendenziell die Schwelle, ab der sich solches Verhalten lohnt, absenken, weil die Kandidaten der Kleinen durch die Reihung ohnehin im Blickfeld sind. Hängt aber im Detail sicher davon ab, wie stark die Möglichkeiten von IRV genutzt werden (bzw. ob vollständige Reihung obligatorisch ist). Wer nach allen Seiten mit persönlichen Angriffen um sich schlägt und sich gleichzeitig überall anbiedern will, wird dadurch aber auch nicht unbedingt attraktiver. Und wirklich lohnend ist die Strategie sowieso nur für die, die erstens am Schluss eine realistische Chance auf eine Mehrheit haben und zweitens einen ernsthaften Konkurrenten im eigenen Lager. Im typischen Fall, dass z.B. die Kandidaten von CDU und SPD ihr Lager dominieren, teilen sie sich die restlichen Stimmen sowieso irgendwie auf ohne irgendwie durch die Kleinen gefährdet zu sein. Kritisch ist nur der Fall, dass z.B. SPD und Grüne ähnlich stark sind. Da ist es lohnend, dem jeweils Anderen die Erstpräferenzen zu minimieren, wie es auch bei Stichwahl im ersten Wahlgang lohnend ist, seine Stimmen zu minimieren (notfalls auch zugunsten eines Dritten), um selber in die Stichwahl zu kommen. Letztlich bleibt als zusätzlich anfälliger Fall bei IRV nur, wenn ein Konkurrent im eigenen Lager erst durch die ersten Streichungsrunden aufgebaut wird. Für einen nach Erstpräferenzen schwachen SPDler, der aber bei klassischer Stichwahl sowieso dabei wär, kann es z.B. lohnend sein, einen links positionierten Grünen unter den Kandidaten der Linken zu drücken, um von seiner Streichung zu profitieren, anstatt eventuell vor ihm gestrichen zu werden.