von Philipp Wälchli (Unregistrierter Gast) » So 9. Apr 2006, 10:12
Tja, lieber sebu, das Problem liegt in der Mathematik: Wir haben 1/2, 1/3 und 1/9. Dies sind Brüche, die sich nicht unmittelbar miteinander verrechnen lassen. D. h. dass damit keine Operationen durchgeführt werden können. Wie man früher in der Schule noch lernte, müssen die Brüche, um mit ihnen rechnen zu können, auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden. Bei 1/2 und 1/3 ist es einfach: 3/6 und 2/6 sind jeweils gleich viel wie 1/2 und 1/3; das Vorgehen ist also simpel: Man multipliziere einfach die beiden Nenner miteinander, also in diesem Fall 2 mal 3 = 6. Nun tritt aber noch 1/9 hinzu; man könnte nun wiederum einfach die Nenner multiplizieren, also 2 mal 3 mal 9; nun ist aber 9 ein Mehrfaches von 3, daher ist diese Aufblähung des Nenners unnötig bzw. kann wieder weggekürzt werden; wenn man nun alle Brüche in n/18 umformt, dann kann mit allen gerechnet werden, die Operationen sind durchführbar. 1/2 ist dann 9/18 (9 ist die Hälfte von 18), 1/3 ist 6/18 (3 mal 6 = 18), 1/9 ist 2/18 (2 mal 9 = 18). Das ist auch schon der ganze Grund, warum wir so rechnen müssen. Nun kommt hinzu, dass Stimmen niemals als Bruchteile abgegeben werden, sondern es gibt immer nur ungeteilte Stimmen - jedenfalls in den bekannten und üblichen Wahlverfahren; daher können wir einfach die Zähler der drei Brüche als Stimmen übernehmen oder zur Simulation eines grösseren Wählerkreises vervielfachen, also 9, 6 und 2. Wollten wir anders verfahren und bspw. 10000 Stimmen zu 1/2, 1/3 und 1/9 aufteilen, so ergäbe sich wiederum das Problem, dass es keine ganzzahligen Lösungen dafür gibt, wir können keine 0.333... Stimmen verteilen! Wenn man das aber eben so ausrechnet, ergibt sich die Sitzverteilung durchaus vorab, denn sie steckt in den Zahlenverhältnissen selbst und ist in der Formulierung des Problems einfach verschleiert worden, wir haben mit der oben angestellten Bruchrechnung nichts präjudiziert, sondern einfach nur das Gegebene offensichtlich gemacht. In einem Verfahren, das die Verhältnisse zwischen den Stimmenanteilen auf die Sitzverteilung abbildet, können ausser Rundungsdifferenzen keine neuen, anderen Verhältnisse auftreten als jene, die eben in den Stimmen-Zahlen schon gegeben sind. Nun kommt als weiterer Punkt hinzu, dass 1/2 + 1/3 + 1/9 eben nicht 1 ergeben, sondern 1/18 weniger. Wenn wir diese Situation auf ein Wahlverfahren abbilden müssen, dann müssen wir für diese verlorengegangene 18. Stimme von eigentlich 18 eine Erklärung finden, bspw. dass sie unter eine Sperrklausel fällt, nicht abgegeben wurde o. dgl. Das ist schon die ganze Hexerei, im Grunde also eigentlich trivial, wenn das Beispiel nicht so abgefeimt ausgesucht wäre, dass es nicht spontan durchschaut werden kann.
Tja, lieber sebu, das Problem liegt in der Mathematik: Wir haben 1/2, 1/3 und 1/9. Dies sind Brüche, die sich nicht unmittelbar miteinander verrechnen lassen. D. h. dass damit keine Operationen durchgeführt werden können. Wie man früher in der Schule noch lernte, müssen die Brüche, um mit ihnen rechnen zu können, auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden. Bei 1/2 und 1/3 ist es einfach: 3/6 und 2/6 sind jeweils gleich viel wie 1/2 und 1/3; das Vorgehen ist also simpel: Man multipliziere einfach die beiden Nenner miteinander, also in diesem Fall 2 mal 3 = 6. Nun tritt aber noch 1/9 hinzu; man könnte nun wiederum einfach die Nenner multiplizieren, also 2 mal 3 mal 9; nun ist aber 9 ein Mehrfaches von 3, daher ist diese Aufblähung des Nenners unnötig bzw. kann wieder weggekürzt werden; wenn man nun alle Brüche in n/18 umformt, dann kann mit allen gerechnet werden, die Operationen sind durchführbar. 1/2 ist dann 9/18 (9 ist die Hälfte von 18), 1/3 ist 6/18 (3 mal 6 = 18), 1/9 ist 2/18 (2 mal 9 = 18). Das ist auch schon der ganze Grund, warum wir so rechnen müssen. Nun kommt hinzu, dass Stimmen niemals als Bruchteile abgegeben werden, sondern es gibt immer nur ungeteilte Stimmen - jedenfalls in den bekannten und üblichen Wahlverfahren; daher können wir einfach die Zähler der drei Brüche als Stimmen übernehmen oder zur Simulation eines grösseren Wählerkreises vervielfachen, also 9, 6 und 2. Wollten wir anders verfahren und bspw. 10000 Stimmen zu 1/2, 1/3 und 1/9 aufteilen, so ergäbe sich wiederum das Problem, dass es keine ganzzahligen Lösungen dafür gibt, wir können keine 0.333... Stimmen verteilen! Wenn man das aber eben so ausrechnet, ergibt sich die Sitzverteilung durchaus vorab, denn sie steckt in den Zahlenverhältnissen selbst und ist in der Formulierung des Problems einfach verschleiert worden, wir haben mit der oben angestellten Bruchrechnung nichts präjudiziert, sondern einfach nur das Gegebene offensichtlich gemacht. In einem Verfahren, das die Verhältnisse zwischen den Stimmenanteilen auf die Sitzverteilung abbildet, können ausser Rundungsdifferenzen keine neuen, anderen Verhältnisse auftreten als jene, die eben in den Stimmen-Zahlen schon gegeben sind. Nun kommt als weiterer Punkt hinzu, dass 1/2 + 1/3 + 1/9 eben nicht 1 ergeben, sondern 1/18 weniger. Wenn wir diese Situation auf ein Wahlverfahren abbilden müssen, dann müssen wir für diese verlorengegangene 18. Stimme von eigentlich 18 eine Erklärung finden, bspw. dass sie unter eine Sperrklausel fällt, nicht abgegeben wurde o. dgl. Das ist schon die ganze Hexerei, im Grunde also eigentlich trivial, wenn das Beispiel nicht so abgefeimt ausgesucht wäre, dass es nicht spontan durchschaut werden kann.