Wahlprüfung wegen Nichteintragung ins Wählerverzeichnis

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Wahlprüfung wegen Nichteintragung ins Wählerverzeichnis

von Martial00120 » Do 1. Jun 2017, 07:44

Besonders cool ist am zurückgewiesenen Wahleinspruch, dass es uns gelungen ist, folgende Aussage über die Staatsangehörigkeit in den Ländern zu provozieren (S. 7): "Eine verfassungsrechtliche Pflicht, auch früher in Baden-Württemberg wohnhaften volljährigen Deutschen oder aus dem Ausland nach Baden-Württemberg zu Arbeitszwecken oder zum Studium einpendelnden volljährigen Deutschen das Wahlrecht zum Landtag von Baden-Württemberg einzuräumen, besteht nicht (...). Anders als die einen besonderen Status vermittelnde Bindung zwischen Staat und Bürger - die Staatsbürgerschaft -, die auf der Abstammung beruht und unabhängig vom Aufenthalt oder Wohnort besteht, gibt es eine solche, einen besonderen Status vermittelnde ortsunabhängige Bindung zwischen dem Land Baden-Württemberg und seinen Bürgern nicht." Diesen Verweis darauf, dass die Landesstaatsangehörigkeit doch einen Sinn haben möge, werde ich dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof in meinem anderen Verfahren nicht vorenthalten: http://www.wahlrecht.de/forum/messages/172/7137.html?1485890906

Wahlprüfung wegen Nichteintragung ins Wählerverzeichnis

von Thomas Frings » Mi 31. Mai 2017, 18:19

Durch Zufall bin ich auf die Beschlussempfehlung des Wahlprüfungsausschusses gestoßen: http://www.landtag-bw.de/files/live/sites/LTBW/files/dokumente/WP16/Drucksachen/0000/16_0647_D.pdf Der Einspruch wurde natürlich - wie alle anderen - vom Landtag einstimmig zurückgewiesen. Eine interessante Meinung vertrat in der Landtagsdebatte zu den Einsprüchen der Abgeordnete Halder (Grüne): Der Aufruf der AfD, als Wahlbeobachter in die Wahllokale zu gehen, zeugt von einer zutiefst undemokratischen Einstellung, die im Nachhinein nicht weniger zu verurteilen ist. Undemokratisch ist hier bloß Einstellung des Herrn Halder.

Wahlprüfung wegen Nichteintragung ins Wählerverzeichnis

von Martial00120 » Fr 4. Nov 2016, 22:30

Unser Wahleinspruch wurde vom Landtag online gestellt. Wen es interessiert: http://www.landtag-bw.de/files/live/sites/LTBW/files/dokumente/WP16/Drucksachen/0000/16_0647_D.pdf Ich bin auf Meinungen gespannt!

Wahlprüfung wegen Nichteintragung ins Wählerverzeichnis

von Martial00120 » Mo 16. Mai 2016, 06:02

@TF Weiterentwicklung der Rechtsprechung geschieht aber dadurch, dass man Anträge stellt. Dann werden Sachen auch gerne einmal präzisiert, wie im 2012-er Urteil. Und Begründungen müssen auch immer im Kontext der Anträge ges

Wahlprüfung wegen Nichteintragung ins Wählerverzeichnis

von Thomas Frings » So 15. Mai 2016, 20:50

"Die Auslegung betrifft erstmal die Frage, was der Verfassungsgeber damit sagen wollte und tatsächlich gesagt hat. Ein Konflikt mit höherrangigen Normen wär allenfalls der nächste Schritt. Ernsthaft infrage kommt dafür nur Art. 28 Abs. 1 GG" Richtig. Die Landesverfassung ist eindeutig und Art. 28 GG öffnet nicht eine Möglichkeit, das Wahlrecht auf nicht im Lande lebende Personen auszuweiten, sondern versperrt sie erst recht. Eine Ausweitung des Landtagswahlrechts auf nicht im Land ansässige Personen würde sowohl gegen die Landesverfassung als auch gegen das GG verstoßen. Das gilt auch für die bayerische Regelung, aber wo kein Kläger, da kein Richter. Außerdem dürfte da die Zahl der Betroffenen gleich oder ganz nahe 0 sein. Das BVerf hat es in diesem Urteil eindeutig formuliert (Rdnr. 57): Auch die den Bundesländern zukommende Staatsgewalt kann gemäß Art. 20 Abs. 2, Art. 28 Abs. 1 Satz 1 GG nur von denjenigen getragen werden, die Deutsche im Sinne des Art. 116 Abs. 1 GG sind. Insofern tritt der territorial begrenzte Verband der im Bereich des jeweiligen Landes lebenden Deutschen, das (Landes-)Volk, als Legitimationssubjekt an die Stelle des Staatsvolkes der Bundesrepublik Deutschland oder - wie etwa bei der Mitwirkung im Gesetzgebungsverfahren auf Bundesebene und der Ausführung von Bundesgesetzen - an seine Seite. Nebenbei ist überraschend, dass hier ausgerechnet das BVerfG das streng genommen falsche Wort "Bundesländer" anstatt "Länder" verwendet.

Wahlprüfung wegen Nichteintragung ins Wählerverzeichnis

von Danny » So 15. Mai 2016, 20:39

Also ich sehe den gewöhnlichen Aufenthalt eher als Regelfall, weil das die logische Verknüpfung zur Herrschaftsunterworfenheit darstellt. Die Melderechtsbestimmung wäre dann nur eine vereinfachte Möglichkeit den gewöhnlichen Aufenthalt festzustellen zur Vereinfachung der Verwaltung. Steht denn überhaupt was vom Melderecht in der Landesverfassung?

Wahlprüfung wegen Nichteintragung ins Wählerverzeichnis

von Martial00120 » So 15. Mai 2016, 20:03

Wie gesagt, ich möchte das mal klären lassen. Habt ihr sonst irgendwelche Tipps?

Wahlprüfung wegen Nichteintragung ins Wählerverzeichnis

von Martial00120 » So 15. Mai 2016, 20:03

@RL Hm, ok, du hast Recht in diesem Abschnitt. Aber weiter oben steht dann auch schon drinnen, was mir mehr ins Konzept passt, unter anderem dass die Typisierungen bezüglich veränderter Umstände jeweils überprüft werden m&

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