von Martial00120 » Di 17. Mai 2016, 16:26
Gerne: Landtagsprotokoll 97. Sitzung von 12. Januar 1949, S. 465 links oben (auf www.landtag.de leicht zu finden). Ich empfehle dir das Protokoll der ganzen Sitzung. Spannend ist, dass in Bayern etwas wechselt zwischen (a) alternierend entweder nur die Erst- oder Zweitstimme abgegeben werden kann (b) beide der gleichen Partei gegeben werden müssen (c) diese Bindung aufgehoben wird Hier das konkret relevante Zitat, falls du Fraktur nicht so gut lesen kannst: Dr. Hoegner (SPD): "Dabei haben die unmittelbar benannente Bewerber auf der Wahlkreisliste von ihren Mitbewerbern einen erheblichen Vorzug. Mein Kollege Zietsch hat bereits darauf hingewiesen. Ein Stimmkreisverband umfaßt günstigenfalls etwa 120 000 Einwohner; derjenige Abgeordnete dagegen, der auf der Wahlkreisliste steht, kann vonüber einer Million Einwohnern, nämlich im ganzen Wahlkreis gewählt werden. Diese Herren haben also von vornherien einen ungeheuren Vorzug gegenüber den Stimmkreisbewerbern, die nur auf ihren Stimmkreis angewiesen und oft auch nur dort bekannt sind. Da ist es dann auch ganz klar, daß auf der Wahlkreisliste wie ausführt, die Herrenabgeordneten, die Kavaliere, gewählt werden, während ide Bauernabgeordneten leer ausgehen. Das möglichen kleinen Stimmkreisbewerber schon jetzt bedenken, dann das Heulen und Zähneklappern nachher hilft nichts mehr, wenn sie erst nach der Wahl merken, daß sie übers Ohr gehauen worden sind."
Gerne: Landtagsprotokoll 97. Sitzung von 12. Januar 1949, S. 465 links oben (auf www.landtag.de leicht zu finden). Ich empfehle dir das Protokoll der ganzen Sitzung. Spannend ist, dass in Bayern etwas wechselt zwischen (a) alternierend entweder nur die Erst- oder Zweitstimme abgegeben werden kann (b) beide der gleichen Partei gegeben werden müssen (c) diese Bindung aufgehoben wird Hier das konkret relevante Zitat, falls du Fraktur nicht so gut lesen kannst: Dr. Hoegner (SPD): "Dabei haben die unmittelbar benannente Bewerber auf der Wahlkreisliste von ihren Mitbewerbern einen erheblichen Vorzug. Mein Kollege Zietsch hat bereits darauf hingewiesen. Ein Stimmkreisverband umfaßt günstigenfalls etwa 120 000 Einwohner; derjenige Abgeordnete dagegen, der auf der Wahlkreisliste steht, kann vonüber einer Million Einwohnern, nämlich im ganzen Wahlkreis gewählt werden. Diese Herren haben also von vornherien einen ungeheuren Vorzug gegenüber den Stimmkreisbewerbern, die nur auf ihren Stimmkreis angewiesen und oft auch nur dort bekannt sind. Da ist es dann auch ganz klar, daß auf der Wahlkreisliste wie ausführt, die Herrenabgeordneten, die Kavaliere, gewählt werden, während ide Bauernabgeordneten leer ausgehen. Das möglichen kleinen Stimmkreisbewerber schon jetzt bedenken, dann das Heulen und Zähneklappern nachher hilft nichts mehr, wenn sie erst nach der Wahl merken, daß sie übers Ohr gehauen worden sind."