von Ratinger Linke » Fr 5. Aug 2011, 14:57
Die allermeisten Wähler werden wohl schon eher an einem kleinen Parlament interessiert sein. 130 ist vergleichsweise schon eher viel, aber das Abgeordnetenhaus ist auch kein Vollzeitparlament. Der gewichtigere Grund, Überhangmandate zu vermeiden, ist die abartige Berechnung der Ausgleichsmandate in Berlin, die man sich damit potenziell erspart. Andererseits könnte man auch drauf setzen, dass mal der volle Satz an möglichen Paradoxien auftritt und das Wahlsystem in der Folge vielleicht verbessert wird. Dass die SPD so viele Wahlkreise gewinnt, wie es election.de derzeit prognostiziert, halt ich eher für unwahrscheinlich. Wenn die Umfragewerte für die Grünen stimmen, werden sie wohl einige Wahlkreise mehr gewinnen. Dass die Grünenwähler die Erststimme häufig der SPD geben, stimmt in Berlin generell nicht, und wo sie gute Aussichten auf ein Direktmandat haben, gibt es meist sogar einen deutlichen Erststimmenüberschuss (allerdings nicht in Schöneberg). Damit Überhang vermieden wird, müssen schon in erster Linie die SPD-Wähler zugunsten des aussichtsreichsten Konkurrenten splitten; daneben spielen die Wähler der Kleinparteien eine wichtige Rolle. Der Linken würd ich auch 3 Wahlkreise mehr prognostizieren, die aber für Überhang höchstwahrscheinlich irrelevant sind. Bei der CDU komm ich auf das selbe Ergebnis wie election.de, wobei aber viele Wahlkreise unsicher sind. Insbesondere in Reinickendorf kann auch die CDU überhängen (trotz fehlender Splittingstimmen von der FDP); dass der Überhang der CDU für die Gesamtmandate relevant wird, ist aber ziemlich unwahrscheinlich. Auch bei der Linken ist Überhang nicht ganz ausgeschlossen, obwohl sie mit einer Landesliste antritt. Ziemlich sicher ist Überhang bei der SPD nur in Pankow, wahrscheinlich auch in Spandau und Treptow-Köpenick und möglich in einigen anderen Bezirken. Als wahrscheinlichsten Wert komm ich auf insgesamt 141 Sitze, bei einer anzunehmenden Spanne von 132 bis 162. In Berlin profitiert die am stärksten überhängende Partei zwar normalerweise nicht systematisch davon (im Gegensatz zu Hamburg), aber jenachdem, wie die Regelungslücken gefüllt werden, kann das doch so sein, wenn sie auftreten. Eine weitere Nebenwirkung ist, dass der Fraktionsstatus in Berlin vom Überhang abhängt. Ist zwar unwahrscheinlich, könnte aber die Freiheit betreffen, falls sie über die Grundmandatsklausel einzieht. Stadtkewitz hat einen Wahlkreis, den er mit 20% gewinnen kann. Falls man die Erststimme als Personenstimme nutzen will, muss man damit nicht positiv wählen. Sie ist genauso geeignet, einer Partei mit der Wahl eines schlechten Kandidaten zu schaden. Insbesondere dann, wenn der bevorzugte Kandidat auf der Liste abgesichert und damit ohnehin gewählt ist.
Die allermeisten Wähler werden wohl schon eher an einem kleinen Parlament interessiert sein. 130 ist vergleichsweise schon eher viel, aber das Abgeordnetenhaus ist auch kein Vollzeitparlament. Der gewichtigere Grund, Überhangmandate zu vermeiden, ist die abartige Berechnung der Ausgleichsmandate in Berlin, die man sich damit potenziell erspart. Andererseits könnte man auch drauf setzen, dass mal der volle Satz an möglichen Paradoxien auftritt und das Wahlsystem in der Folge vielleicht verbessert wird. Dass die SPD so viele Wahlkreise gewinnt, wie es election.de derzeit prognostiziert, halt ich eher für unwahrscheinlich. Wenn die Umfragewerte für die Grünen stimmen, werden sie wohl einige Wahlkreise mehr gewinnen. Dass die Grünenwähler die Erststimme häufig der SPD geben, stimmt in Berlin generell nicht, und wo sie gute Aussichten auf ein Direktmandat haben, gibt es meist sogar einen deutlichen Erststimmenüberschuss (allerdings nicht in Schöneberg). Damit Überhang vermieden wird, müssen schon in erster Linie die SPD-Wähler zugunsten des aussichtsreichsten Konkurrenten splitten; daneben spielen die Wähler der Kleinparteien eine wichtige Rolle. Der Linken würd ich auch 3 Wahlkreise mehr prognostizieren, die aber für Überhang höchstwahrscheinlich irrelevant sind. Bei der CDU komm ich auf das selbe Ergebnis wie election.de, wobei aber viele Wahlkreise unsicher sind. Insbesondere in Reinickendorf kann auch die CDU überhängen (trotz fehlender Splittingstimmen von der FDP); dass der Überhang der CDU für die Gesamtmandate relevant wird, ist aber ziemlich unwahrscheinlich. Auch bei der Linken ist Überhang nicht ganz ausgeschlossen, obwohl sie mit einer Landesliste antritt. Ziemlich sicher ist Überhang bei der SPD nur in Pankow, wahrscheinlich auch in Spandau und Treptow-Köpenick und möglich in einigen anderen Bezirken. Als wahrscheinlichsten Wert komm ich auf insgesamt 141 Sitze, bei einer anzunehmenden Spanne von 132 bis 162. In Berlin profitiert die am stärksten überhängende Partei zwar normalerweise nicht systematisch davon (im Gegensatz zu Hamburg), aber jenachdem, wie die Regelungslücken gefüllt werden, kann das doch so sein, wenn sie auftreten. Eine weitere Nebenwirkung ist, dass der Fraktionsstatus in Berlin vom Überhang abhängt. Ist zwar unwahrscheinlich, könnte aber die Freiheit betreffen, falls sie über die Grundmandatsklausel einzieht. Stadtkewitz hat einen Wahlkreis, den er mit 20% gewinnen kann. Falls man die Erststimme als Personenstimme nutzen will, muss man damit nicht positiv wählen. Sie ist genauso geeignet, einer Partei mit der Wahl eines schlechten Kandidaten zu schaden. Insbesondere dann, wenn der bevorzugte Kandidat auf der Liste abgesichert und damit ohnehin gewählt ist.