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Grand Prix (aka Eurovision Song Contest)
Verfasst: Di 10. Mai 2016, 23:16
von Ratinger Linke
Grand Prix (aka Eurovision Song Contest)
Verfasst: Sa 14. Mai 2016, 12:38
von Ratinger Linke
Grand Prix (aka Eurovision Song Contest)
Verfasst: Sa 14. Mai 2016, 13:33
von Good Entity
Mir scheint eher, dass der Spiegel in dem verlinkten Aufsatz etwas nebulös das negative Stimmgewicht aus der Politik als dunkle Macht heraufbeschwören möchte, aber dergleichen beim Eurovision Song Contest nicht sieht (oder schlicht keine Ahnung hat, welche dunklen Mächte vielleicht beim ESC das Wahlergebnis beeinflussen könnten). Irgendwie versuchen sowohl die ESC-Macher selbst wie auch die darüber berichtenden Medien zu suggerieren, das Publikum hätte zukünftig mehr Einfluss auf das Ergebnis - das ist aber gar nicht der Fall. Man kann das schön an dem deutschen Beitrag von 2015 erkennen: Nach alter Zählung pro Land gemischt aus Jury- und Televotingstimmen gab es 0 Punkte und den letzten Platz, da man in keinem einzigen Land unter die ersten 10 gekommen war. Nach der jetzt erfolgten Detailveröffentlichung war Deutschland bei den Juries etwas besser weggekommen, war ein paarmal unter den ersten 10 und hätte daher 24 Punkte bekommen, wenn nur die Jurystimmen gegolten hätten. Das wäre immer noch nicht toll, hätte Deutschland aber rund fünf Plätze in der Gesamtliste nach oben gehievt. Bei den Televotingstimmen ist man in ein oder zwei Ländern auch unter die ersten 10 gekommen, resultierend in 5 Punkten. Das wäre wohl immer noch der letzte Platz gewesen, wenn nur Televoting gezählt hätte. Jetzt nach der neuen Wertung käme man nun dank der Jurystimmen auf den drittletzten Platz mit 29 Punkten. Deutschland würde also nach der neuen Wertung entgegen der Meinung der Zuschauer besser abschneiden. Letztlich egal, es interessiert beim ESC mittelfristig nur der Sieger, nicht der Drittletzte. Aber ich sehe schon, dass sich die Macher des ESC da eine Reißzwecke auf den Teppich gelegt haben. Nach dem neuen Verkündungsmodus würde es heute abend sehr deutlich werden, wenn die Juries aus aller Herren (und Damen) Länder einen bestimmten Titel zunächst auf Platz 1 voten und dann bei der Verkündung ein anderer Titel bei den Televotern gewinnt. Dieser wird zuletzt verlesen und ist somit klar und deutlich erkennbar der bei den Zuschauern repräsentiert durch die Televoter als Nummer 1 favorisierte Titel. Wenn dieser von den Televotern favorisierte Titel an dem Jurygewinner nun nicht vorbeikommt und nur Zweiter oder Dritter wird, ist klar: Jury schlägt Zuschauer. Das könnte je nach Titelkonstellation (Russland gegen Ukraine zum Beispiel) schon zu Unwillen führen. Die Wahrscheinlichkeit ist durchaus gegeben, letztes Jahr etwa wäre genau das passiert, der Juryfavorit Schweden hätte gegen den Zuschauerfavoriten Italien gewonnen.
Grand Prix (aka Eurovision Song Contest)
Verfasst: Sa 14. Mai 2016, 14:11
von Ratinger Linke
Grand Prix (aka Eurovision Song Contest)
Verfasst: Sa 14. Mai 2016, 17:07
von Good Entity
Da bist Du ja tief eingestiegen. Interessiert Dich die Musik auch, oder nur die Zahlen?
Grand Prix (aka Eurovision Song Contest)
Verfasst: Sa 14. Mai 2016, 22:43
von Good Entity
Volltreffer. Die Ukraine gewinnt insgesamt, Russland war der Publikumsgewinner, Australien der Gewinner bei den Juryvotes. Und nein, ich hatte keinerlei Insiderinformationen.
Grand Prix (aka Eurovision Song Contest)
Verfasst: So 15. Mai 2016, 00:39
von Ratinger Linke
Grand Prix (aka Eurovision Song Contest)
Verfasst: So 15. Mai 2016, 16:49
von tg
Daß in der Addition mehrerer Einzelwertungen jemand Sieger werden kann, der keine einzige Einzelwertungen gewonnen hat, ist Sportfans natürlich auch bekannt. Bei der Vierschanzentournee gab es schon 8 Gesamtsieger, die keine Tageswertung gewonnen haben, zuletzt 1998/99 Janne Ahonen: https://de.wikipedia.org/wiki/Vierschanzentournee_1998/99 (Beitrag nachträglich am 15., Mai. 2016 von tg editiert)
Grand Prix (aka Eurovision Song Contest)
Verfasst: So 15. Mai 2016, 19:55
von Ratinger Linke
Grand Prix (aka Eurovision Song Contest)
Verfasst: So 15. Mai 2016, 21:07
von Good Entity
"Ich find es eigentlich eher erstaunlich, dass die Wertungen von Jury und Televotern überhaupt nennenswert miteinander korrelieren". Ja. Nun dürfte Sarah Connor aus der deutschen Jury ein ganz gutes Gefühl dafür haben, was in Deutschland bei den relevanten Personengruppen ankommt. Aber ist das auch ein Kriterium für ihre Stimmabgabe? Und sind die Juries in anderen Ländern auch so besetzt oder sind das wie früher in Deutschland Musikjournalisten oder Leute aus dem Rundfunkrat? Ein bisschen Korrelation kommt natürlich dadurch zu Stande, dass die Geschmäcker doch regional abweichen. Tendentiell geben die Skandinavier (Jury und Televote) sich untereinander nicht nur deshalb gehäuft Stimmen, weil sie sich so nett finden, sondern auch, weil der Musikgeschmack ähnlicher ist als etwa der von Schweden und Aserbeidschan. Und das führt dazu, dass die schwedischen Juroren ähnlicher zu den schwedischen Televotern sind als zu denen aus Aserbeidschan. Und im Fußball stehen sich jetzt im Endspiel der Champions League 2015/2016 die demzufolge beiden besten europäischen Vereinsmannschaften gegenüber - Real Madrid und Atletico Madrid. Spanischer Meister 2015/2016 und demzufolge eigentlich beste spanische Mannschaft dieses Jahres ist allerdings weder Atletico noch Real Madrid, sondern der FC Barcelona. Ja, ich weiß, dass sich das nicht aus einer Addition von Einzelwertungen zusammensetzt.