Beruf oder Stand
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Jens Müller
Beruf oder Stand
Wie definiert sich das genau? Ist "Akademischer Mitarbeiter" ein Beruf?
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Thomas Frings
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- Registriert: Mi 7. Feb 2001, 11:00
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Man würde wohl eher "wissenschaftlicher Mitarbeiter" sagen, das ist natürlich ein Beruf. Auch "Beamter" ist zulässig, obwohl das ja vom Postboten bis zum Ministerialdirektor alles sein kann. Berufsbezeichnungen mit dem Bestandteil "Berater" können Arbeitslosigkeit kaschieren.
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Jens Müller
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"Wissenschaftlicher Mitarbeiter" nannte das das Universitätsgesetz früher auch - aber inzwischen halt nicht mehr ...
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Thomas Frings
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- Registriert: Mi 7. Feb 2001, 11:00
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Auf der Landsliste der Grünen in NRW gibt es z.B. zwei "wissenschaftliche Mitarbeiter". Es gibt keine Verpflichtung, offizielle Berufsbezeichnungen zu verwenden, natürlich darf sich z.B. ein Fleischer auch als Metzger bezeichnen. Außerdem gibt es längst nicht für jede tatsächlich vorkommende Berufstätigkeit irgend einen speziellen Uni-, FH- oder Berufsabschluss oder sonst eine offizielle Bezeichnung. Noch eine Anmerkung zu Beratern: Steuerberater sind natürlich nicht verdächtig, verkappte Arbeitslose zu sein.
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Wähler
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"Steuerberater sind natürlich nicht verdächtig, verkappte Arbeitslose zu sein." Arbeitsberater (BA) auch nicht ;-)
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Ratinger Linke
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Wobei die Berufsbezeichnung in NRW ziemlich belanglos sein dürfte. Anders schaut es da aus, wo man dutzende Stimmen hat. Da ist die Berufsbezeichnung (sofern vorhanden) oft wahlentscheidend und teilweise auch zur Unterscheidung der Kandidaten notwendig.
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Jens Müller
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OK, das Büro der Landeswahlleiterin sagt nach Rücksprache mit dem Kreiswahlleiter, daß "Akademischer Mitarbeiter" doch ok ist.
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Thomas Frings
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Es gibt einen Trend zu immer mehr dubiosen Berufsbezeichnungen und Abschlüssen. Besonders Jobs als Berater schießen scheinbar wie Pilze aus dem Boden. Der hessische Grünen-MdL Daniel Mack gibt z. B. als Beruf "Berater für Sportkommunikation" ab. Fällt mir schwer, zu glauben, dass das mehr als kaschierte Arbeits- und Berufslosigkeit ist. Von einem ehemaligen nordrhein-westfälischen FDP-Landtagsabgeordneten weiß ich zufällig sogar, dass der angebliche Unternehmensberater tatsächlich ohne Einkünfte war. Den Vogel schießt aber Macks Fraktionskollegin Monika Lentz ab: von 2008 bis 2012 Studium Politikwissenschaften/Soziologie, Abschluss B.A., von 2010 bis 2012 Ausbildung in gewaltfreier Kommunikation und Konfliktbearbeitung bei "gewaltfreihandeln e. V.", [b]Abschluss Friedensfachkraft[/b]. Auch so ein Fall ist der Bremer Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen sowie Justiz und Verfassung: Günthner studierte nach dem Abitur Philosophie und die Kulturgeschichte Osteuropas (ohne Abschluss). Anschließend absolvierte er ein 18-monatiges Fernstudium Public Relations in Heidelberg mit dem Abschluss PR-Berater (DPRG). Vor der Übernahme des Senatorenamts war er als selbständiger Kommunikations- und PR-Berater tätig. http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_G%C3%BCnthner Wer engagierte denn so jemanden als Berater, außer vielleicht seine Parteifreunde in irgendeiner Behörde? Aber wenn ein Österreicher ohne Abschluss und Berufserfahrung Bundeskanzler oder in früheren Zeiten Führer und Reichskanzler werden konnte, warum soll man dann nicht als verkrachte Existenz Senator in Bremen werden können?
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Taugenichts
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Politik ist eben ein ziemlich voraussetzungsloser Beruf. Allerdings muss man schon ein paar Leute (z.B. durch rednerisches Geschick) von sich überzeugen können, sonst stellt einen keine Partei auf.
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Thomas Frings
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- Registriert: Mi 7. Feb 2001, 11:00
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"Politik ist eben ein ziemlich voraussetzungsloser Beruf." Wohl wahr und das soll auch so sein. Wobei allerdings sehr viele ehrenamtlich politisch tätig sind und in Kleinststaaten und in der Schweiz sogar Parlamentarier auf nationaler Ebene keine Berufspolitiker sind. Mein Punkt ist aber eher, dass mit seltsamen Berufsbezeichnungen die tatsächliche Situation beschönigt werden soll. Besonders schlau ist das nicht. Wenn sich z. B. jemand "Umweltprojektplaner" nennt wie der bayer. MdL Ludwig Hartmann, ist doch ziemlich klar, dass so jemand keinen wirklichen Beruf (außer Politik) hat. Schlauer ist es, sich eine unauffällige, aber nichtssagende Berufsbezeichnung zuzulegen, wie z. B. Unternehmer oder kaufmännischer Angestellter. Dahinter können sich ja extrem unterschiedliche Tätigkeiten verbergen mit extrem verschiedenem Sozialprestige.